Sonntag – Geburtstag mit Aufräumen
Heute, an meinem 21. Geburtstag, habe ich mich entschlossen, gründlich aufzuräumen. Der Nebel lag noch über Lübeck, als ich früh aufstand und meine kleine Altbauwohnung im vierten Stock in Ordnung brachte. Ich dachte an die letzten Wochen und wie neugierig ich gewesen war, ein paar feminine Sachen auszuprobieren. Es fühlte sich aufregend an, aber auch komisch, weil niemand davon wusste und ich mich Chantal nannte, wenn ich allein war. Die Sachen lagen in einer flachen Schuhbox unter dem Bett und im alten Rucksack im Schrank. Beim Sortieren fiel mir auf, dass sie mir nicht mehr recht passten oder einfach nicht mehr zu mir gehörten. Ich habe den schwarzen Spitzen-Slip mit dem weichen Baumwollzwickel aussortiert, weil der Stoff nach ein paar Waschgängen nicht mehr richtig saß und ich ihn nie richtig getragen hatte. Dann kam die 20-Den Strumpfhose mit verstärktem Schritt dran – sie hatte eine kleine Laufmasche am Knie, die ich nicht reparieren wollte. Die Pumps mit dem 5-cm-Blockabsatz habe ich weggegeben, weil die breite Passform mir zu viel Spiel gab und sie einfach nicht bequem waren. Der A-Linien-Minirock aus Jersey folgte, er rutschte ständig und fühlte sich nicht mehr richtig an. Auch das zarte rosa Satin-Nachthemd mit den schmalen Trägern habe ich entsorgt, da es mir zu lang und unpraktisch vorkam. Schließlich der klare Nagellack, der rosafarbene Lippenstift und die leichte Foundation – die Farben passten nicht mehr zu mir und ich wollte Platz für andere Dinge schaffen. Es war ein ruhiger Sonntag, ich habe ein bisschen an meinem Laptop gesessen, an den Geburtstag gedacht und einfach entspannt. Keine großen Pläne für heute Abend, nur ein bisschen Zeit für mich selbst. Lena kommt erst in ein paar Tagen zu Besuch, da wollte ich vorher alles ordnen. Es fühlte sich befreiend an, diese Sachen loszuwerden und den Schrank wieder übersichtlicher zu machen.
