Es war einmal in der Nacht der Allerheiligen im verlassenen Hexengarten von Ravensmoor, als der fünfundzwanzigjährige Gärtnergeselle Finn sich aus dem Schatten der verwilderten Hecken stahl. Sein grobes Leinenhemd kratzte über die helle Brust, die Wollhose spannte sich unbequem an den Schenkeln, während feuchter Nebel seine Stiefel umspülte. Kürbislaternen flackerten zwischen den Bäumen, ihre warmen Lichter tanzten auf blätterbedeckten Pfaden und warfen zitternde Schatten an moosbewachsene Mauern. Finns Herz schlug schneller, halb vor Furcht, halb vor jener heimlichen Sehnsucht, die ihn seit Jahren quälte – der Wunsch, sich in etwas Schönerem, Zarterem zu verlieren als in seiner derben Gestalt.
Er schlich weiter, vorbei an knorrigen Ästen, die im Wind zu flüstern schienen. Der Geruch nach verrottendem Laub und süßem Rauch lag in der Luft, vermischt mit dem fernen Klang von Musik aus dem nahen Fürstenschloss. Dort fand die verbotene Maskerade statt, zu der nur die Erlesenen geladen waren. Finns Finger tasteten über die raue Stoffnaht an seiner Hüfte. Er stellte sich vor, wie es wäre, nicht als Gärtner, sondern als etwas Anmutiges durch die Säle zu gleiten, die Blicke auf sich zu ziehen, ohne sich zu schämen.
Plötzlich stand eine alte Frau vor ihm, in einen dunklen Mantel gehüllt, der im Nebel kaum zu erkennen war. Ihre Augen leuchteten klar und wissend. Es war Elara, die uralte Feenkönigin, die sich als Bettlerin tarnte. Sie musterte ihn lange, ohne ein Wort. Dann hob sie die Hand und legte sie sanft auf seine Schulter. Ein Prickeln durchfuhr Finns breitschultrigen Körper, warm und elektrisch zugleich, kroch unter die Haut und ließ seine Muskeln zucken. Er spürte, wie etwas in ihm sich regte, verborgen und doch unüberhörbar. Die Luft schien schwerer zu werden, der Nebel dichter, und für einen Moment vergaß er alles um sich herum.
Die Verwandlung im Laubgewand
Die Feenkönigin Elara senkte die Hand, und aus ihren Fingern strömte ein kühler Schimmer, der Finns grobes Leinen in nachtblaues Herbstlaub verwandelte. Die Blätter legten sich fließend um seinen Körper, kühl und weich, und schmiegten sich an Brust und Hüften, als wollten sie jede Kontur neu formen. Ein Prickeln lief über seine Haut, während die Blätter sich verdichteten und zarte Rundungen hervorbrachten, die seine breiten Schultern verkleinerten und seine Bewegungen geschmeidiger machten. Finns Atem stockte; die Verkleidung fühlte sich lebendig an, wie eine zweite Haut, die ihn einhüllte und zugleich enthüllte.
Er wagte es nicht, sich umzudrehen, doch sein Spiegelbild im Kürbislicht zeigte zarte Züge, weiche Wangen und einen Hals, der schlanker wirkte als zuvor. Scham wallte in ihm auf, mischte sich mit einer unerwarteten Erregung, die zwischen seinen Schenkeln pulsierte. Die Blätter raschelten leise bei jedem Schritt, betonten die neue Anmut seiner Hüften.
Als die 22-jährige Prinzessin Liora ihn zum Tanz führte, schloss er die Finger um ihre Hand und spürte die Wärme ihres Atems. Die Nähe ließ seinen Puls rasen; die Macht der Verkleidung ließ ihn gleiten, als gehöre er hierher. Zweifel nagten an ihm, doch die Lust auf diese Verwandlung überwog. In der Ferne beobachtete Elara mit einem wissenden Lächeln.
Enthüllung und bittersüßes Ende
Die Feenkönigin Elara hob die Hand, und das Kürbislicht flackerte auf, als sie Finn mitten auf dem Tanzboden enthüllte. Die Gäste erstarrten, ihre Masken glänzten im Nebel. Finn spürte die Blicke wie Berührungen auf der nachtblauen Blattpracht, die seine Hüften umschmiegte und jeden Schritt zu einem wiegenden Gleiten machte. Scham stieg heiß in ihm auf, doch zugleich pulsierte eine tiefe, süße Erregung zwischen seinen Schenkeln.
„Ich will es“, gestand er mit bebender Stimme, die neue Lust an der Verkleidung und dem Verlust jeder Kontrolle. „Diese Hüllen, die mich formen und doch alles enthüllen.“
Prinzessin Liora hielt inne, ihre Finger noch auf seiner Hand. Überraschung blitzte in ihren Augen, gefolgt von einer dunklen Anziehung, die ihre Lippen feucht glänzen ließ. Die Menge raunte, und Finn fühlte die Hitze der Blicke auf seiner verwandelten Gestalt, die ihn kleiner, weicher, begehrenswerter erscheinen ließ.
Als der letzte Glockenschlag der Mitternacht erklang, wandte er sich vom Schloss ab. Im verlassenen Hexengarten fand er seinen Platz als stille Hüterin der Nacht, das Herbstlaub raschelnd an seiner Haut. Ein spitzbübisches Lächeln spielte um seinen Mund, bittersüß und voller Hingabe, während der Nebel ihn sanft umfing.
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