Urlaubsplanung und Franziskas Abend

Ich bin heute erst gegen halb elf aufgewacht, die Nacht als Nachteule hatte mich wieder mal gepackt. Draußen war es neblig und kühl, nur elf Grad, und ich zog schnell meine dunkle Jeans und ein graues Langarmshirt an, bevor ich in die Küche tappte. Frühstück bestand aus ein paar Brötchen und einem Schokoriegel, typisch für mich als Naschkatze. Danach ging es los zur Arbeit als Kurier in Hannover. Mit dem Fahrrad zum Kröpcke, wo ich die Pakete für die Tour abholte. Die Stufen im Treppenhaus meines Altbaus knarrten wie immer, als ich runterging.

Der Tag verlief wie meist: Pakete ausliefern, Treppen steigen, Kunden an der Tür. Ich fuhr mit der S-Bahn Linie 1 und Bus 100 herum, hielt bei Aegidientorplatz und Lister Platz. Es war anstrengend, aber ich mochte die Abwechslung. Mittags schnappte ich mir bei einem Bäcker am Kröpcke ein belegtes Brötchen und eine Torte für fast 15 Euro. Gegen Nachmittag wurde es wärmer, bis 22 Grad, der Nebel lichtete sich etwas. Nach der Schicht fuhr ich zurück in meine chaotische Wohnung im dritten OG.

Zu Hause angekommen, dachte ich über den Urlaub nach, den ich schon länger im Kopf hatte. Ich setzte mich an den Laptop und buchte spontan eine Reise ab 31. Oktober für zehn Tage. Mallorca klang perfekt – Sonne, Strand und einfach weg von allem. Die Buchung lief reibungslos online, ich zahlte eine Anzahlung von rund 300 Euro. Es fühlte sich aufregend an, das erste Mal seit langem richtig Urlaub.

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Am Abend plane ich, Zeit für Franziska zu haben. Ich werde den verschlossenen Koffer unter dem Bett hervorholen, hinter den alten Kartons. Zuerst werde ich den hautfarbenen Gaff-Slip anziehen, der alles schön flach drückt. Darüber wird der schwarze Spitzen-String kommen, gefolgt von Strumpfhosen, die schwarzen 20 Den, die sich seidig anfühlen. Den Klebe-BH mit den Silikon-Pads Cup D werde ich mir ankleben, es wird sich fremd und aufregend zugleich anfühlen. Dazu den taillenformenden Shapewear-Slip, der meine Figur etwas stutzen wird.

Das schwarze A-Linien-Kleid in Größe 44 werde ich über schlüpfen, es wird knielang fallen und meinen Kurven schmeicheln. Die schwarzen Lack-Pumps mit 8 cm Absatz werden mich größer machen und mir dieses wackelige, feminine Gefühl beim Gehen geben. Die schwarze Langhaar-Perücke werde ich aufsetzen, sie wird mir bis auf die Schultern reichen. Make-up wird der nächste Schritt sein: Foundation gegen den Bartschatten, Concealer, wasserfeste Wimperntusche, roter matter Lippenstift und künstliche Wimpern. Der silberne zarte Halskette und die kleinen Creolen werden das Bild vervollständigen. Ich werde in den Spiegel sehen und mich kaum wiedererkennen – aufreizend, aber kaum als Transvestit zu erkennen.

Ich werde mir die schwarze Handtasche schnappen, noch Parfum mit Blumennoten aufwerfen und hinausgehen. Es wird schon dunkel, neblig sein, aber ich werde mich frei fühlen. Ein Spaziergang durch die Straßen bei Kröpcke, vorbei an Cafés, ohne dass jemand mich anstarrt. Das Gefühl wird elektrisierend sein, mein Herz wird klopfen, und ich werde die Blicke der Männer genießen, die mich als Frau sehen. Ein kleines Stück Torte beim Bäcker zwischendurch, und dann zurück in die Wohnung.

Gegen Mitternacht plane ich, alles wieder auszuziehen, die Perücke zu reinigen und den Koffer zu verstecken. Ich werde mich zufrieden fühlen, ein bisschen müde und voller Vorfreude auf Mallorca. Mit 98 Kilo und 1,68 m Höhe bin ich zwar nicht der leichteste Franziska, aber heute wird es sich richtig anfühlen. Ich werde mit dem Gedanken an den Urlaub und weitere Abende en femme einschlafen.

– geschrieben am Mittwochabend, Liebes Tagebuch, Mittwoch, der 7. Oktober

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💬 Bella fragt: Wie würdest du dich fühlen, wenn du spontan in den Urlaub buchst, um einfach mal alles hinter dir zu lassen?

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