Jenny 2026-10-10

Verdacht im Wald

Samstag, 10.10.26

Nachtrag zu gestern: Nachdem ich den Eintrag abgeschlossen hatte, klingelte mein Handy noch einmal kurz vor Mitternacht. Es war Benjamin. Er klang müde, aber freundlich und wollte nur kurz sagen, dass er mich morgen sehe. Ich habe sofort nachgehakt, wo er die ganze Zeit war und mit wem er geschrieben hatte. Er hat gelacht und gesagt, nur mit Kollegen. Klar. Ich habe trotzdem nicht richtig schlafen können und den ganzen Abend noch mal seine Nachrichten durchgegangen.

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Heute Morgen bin ich schon um halb sieben aufgestanden, weil ich wusste, dass Benjamin mich um elf in Baiersbronn abholt. Eine Stunde hat es gedauert, bis ich fertig war. Erst die weiße Baumwoll-Unterhose, dann den schwarzen Mikrofaser-String mit Spitze, weil der sich unter der Jeans besser anfühlte. Dazu den schwarzen Push-up-BH, der meine 85A ein bisschen mehr formt. Die schwarze Skinny-Jeans, das weiße Basic-T-Shirt und die weißen Sneaker. Dünnes Silberarmband und die kleinen Gold-Creolen. Ich habe mir die schwarzen langen Haare geföhnt und mit dem Lockenstab leichte Wellen gemacht, Concealer, Mascara und einen Hauch Lipgloss. Als Benjamin endlich vor der Tür stand, hat er nur genickt und gesagt, ich sehe gut aus. Trotzdem habe ich die ganze Fahrt über gedacht, ob er vielleicht schon woanders war und deswegen so entspannt wirkte.

Im Auto habe ich versucht, locker zu bleiben, aber innerlich habe ich jedes Wort von ihm auf die Goldwaage gelegt. Er hat von der Arbeit erzählt und davon, wie er gestern noch mit einem Kumpel telefoniert hat. Ich habe sofort gefragt, welcher Kumpel. Er hat nur gelächelt und gesagt, niemand, den ich kenne. Typisch. Während der Wanderung durch den Wald nach Röt habe ich ständig auf sein Handy geschaut, das in seiner Jackentasche steckte. Einmal hat es vibriert. Er hat es nicht rausgeholt. Ich bin fast verrückt geworden vor lauter Gedanken, ob da gerade eine Nachricht von einer anderen kam.

Am Aussichtspunkt haben wir kurz Pause gemacht. Der Regen hatte aufgehört, es war kühl, aber schön. Wir haben ein bisschen geknutscht, er hat mich gegen einen Baum gedrückt und seine Hand unter mein T-Shirt geschoben. Ich habe gemerkt, wie sehr er das mag, wenn ich mich ihm komplett unterwerfe. Trotzdem dachte ich die ganze Zeit: Was, wenn er das mit jemand anderem auch macht? Beim Picknick habe ich gefragt, ob er gestern Abend noch unterwegs war. Er hat verneint. Ich habe ihm nicht richtig geglaubt.

Gegen eins sind wir ins Restaurant nach Baiersbronn gefahren. Dort hat er für uns bezahlt, wie immer. Ich habe nur vegetarisch gegessen und dabei beobachtet, wie er mit der Bedienung gesprochen hat. Sie war jung und hat viel gelacht. Nach dem Essen sind wir noch ein Stück spazieren und dann wieder ins Auto. Auf der Rückfahrt nach Freiburg hat er meine Hand genommen und gesagt, er freut sich auf nächste Woche. Ich habe nur genickt und weiter gedacht, ob er wirklich nur mit mir zusammen sein will.

Um halb fünf war ich wieder zu Hause. Der Hund hat sich gefreut. Ich habe mich noch mal umgezogen, weil die Jeans vom Wandern feucht war, und bin dann nur noch im grauen Pyjama auf dem Sofa gelandet. Mein Konto ist schon wieder fast leer. Benjamin wird es bestimmt wieder ausgleichen, aber ich hasse das Gefühl. Morgen will ich eigentlich nur noch schauen, ob er wirklich keine Nachrichten von anderen Frauen bekommt. Ich bin 19, 1,55 m groß und wiege 55 kg – und trotzdem fühle ich mich die ganze Zeit unsicher, wenn er nicht direkt neben mir ist.

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💬 Bella fragt: Hast du dich schon mal so unsicher gefühlt, obwohl dein Freund eigentlich nichts Falsches gemacht hat?

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