Samstag – 21. Geburtstag – ganz als Chantal
Heute ist mein 21. Geburtstag, und ich bin schon seit dem Aufstehen komplett Chantal. Lena hat mich gestern Abend noch mal ermahnt, dass ich jede freie Minute als Mädchen verbringen muss, also habe ich mich gleich nach dem Aufstehen gegen acht mit ihrem getragenen Spitzen-Slip und dem Push-up-BH angezogen. Der Stoff fühlte sich so weich und vertraut an, dass es mich sofort warm durchflutete. Darüber zog ich die feine schwarze Strumpfhose, die dünne Bluse und den kurzen Rock, den sie mir gestern hingelegt hatte. Zum Abschluss das eng anliegende rote Kleid und die schwarzen Pumps mit sieben Zentimetern Absatz. Die Perücke saß schon, und ich schminkte mich mit dem Set aus dem Schrank: Wimperntusche, rosa Nagellack und das Make-up, das sich so natürlich anfühlte.
Ich räumte gerade noch mein Bett auf, als ich meinen alten Hoodie aus dem Schrank zog, um ihn wegzulegen. Beim Überstreifen riss plötzlich der Ärmel an einer Naht auf – typisch für die billige Naht, die schon öfter ausfranzte. Lena kam dazu, lachte kurz und sagte nur: „Weg damit, Chantal. Du brauchst so etwas nicht mehr.“ Wir warfen den Hoodie in den Müll, und sie notierte, dass ich mir später vielleicht einen neuen femininen Pullover kaufen könnte. Das war der Moment, in dem es sich endgültig anfühlte, als gäbe es kein Zurück mehr.
Den Vormittag verbrachten wir in der Wohnung. Lena ließ mich üben, wie ich als Mädchen gehe, saß, spreche. Sie korrigierte meine Stimme und meine Bewegungen, bis es sich fast natürlich anfühlte. Ich dachte die ganze Zeit darüber nach, wie seltsam und doch aufregend es ist, dass niemand außer ihr weiß, wer ich eigentlich bin. Draußen regnete es, also blieben wir drinnen. Zum Mittagessen aß ich einfach alles, was da war – Brot, Käse, ein paar Äpfel – und zahlte nichts extra, weil wir aus dem Vorrat nahmen.
Nachmittags ging Lena kurz einkaufen und ließ mich allein. Ich stand lange vor dem Spiegel, strich über das rote Kleid und spürte, wie der BH meine Brustformen hielt. Es fühlte sich richtig an, fast befreiend. Gegen vier kam sie zurück und überraschte mich mit einer neuen schwarzen Strumpfhose aus dem dm, weil die alte schon eine kleine Laufmasche hatte. Ich zog sie sofort an und fühlte mich noch weiblicher. Wir unterhielten uns über den geplanten Mallorca-Urlaub Ende November – ich freue mich schon, dort als Chantal sein zu dürfen.
Am Abend kochte Lena für uns beide. Ich half in der Küche, immer im Kleid und den Pumps. Es war anstrengend, aber schön, einfach nur als Chantal zu existieren. Gegen halb neun setzte ich mich an den Laptop und schrieb diesen Eintrag, wie Lena es verlangt. Ich bin müde, aber glücklich. Morgen will ich versuchen, noch mehr Zeit in der Öffentlichkeit als Chantal zu verbringen, auch wenn es erstmal nur ein Spaziergang in der Nähe sein soll. Jetzt gehe ich bald schlafen – als Chantal, wie jeden Tag seit Lena hier ist.
